Die Berner Fachhochschule mit ihren Standorten Burgdorf, Biel und Bern bietet 56 Studiengänge an. In den Departementen Architektur, Holz und Bau sowie Technik und Informatik können Sie aus zehn Bachelor- und fünf Master-Studiengängen wählen.

Das Departement Technik und Informatik bietet mit den Bachelor of Science in Medizininformatik und in Automobil- und Fahrzeugtechnik zwei schweizweit einzigartig Studiengänge an. Aussergewöhnlich ist die Bandbreite der angebotenen Studien: Egal, ob zukunftsgerichtete Themen wie Wirtschaftsingenieurwesen oder Elektrotechnik und Informationstechnologie oder kreative und bekannte Themen wie Architektur, Bauingenieurwesen und Maschinentechnik – alle Studiengänge der Berner Fachhochschule sind praxisnah und zukunftsgerichtet. Und die Studien im Holzbereich sind auch international gefragt.

 

Informationen zu allen Studiengängen finden Sie hier auf Deutsch und hier auf Französisch:

Deutsch

Französisch

 

 

 

 

 



Hannes Hauri, Senior Vice President Business Area GROUND, RUAG AG

 

Wie war das Jahr 2020 für Sie persönlich?

Eine Erfahrung, auf die ich gerne verzichtet hätte. Trotzdem hat es auch interessante Erkenntnisse gebracht, ich denke für jeden von uns. Für mich stellt sich nur die Frage ob wir Willens sind, aus diesen gewonnenen Erkenntnissen auch Konsequenzen zu ziehen. Stichworte sind Versorgungssicherheit, Krisenvorkehr, Anpassen von Lieferketten… Oder ob wir zurück zum courant normal gehen, ohne etwas gelernt zu haben.

 

Worauf mussten Sie wegen Covid-19 verzichten, was haben Sie dadurch gewonnen?

Im beruflichen wie im privaten Umfeld haben die eingeschränkten Kontakte die tiefsten Spuren hinterlassen. Ich stelle fest, dass insbesondere Teams, die eigentlich sehr gut zusammenarbeiten, in der «Skype-Zeit» während der Pandemie an Zusammenhalt verloren haben. Aufbau neuer Strukturen oder Partnerschaften brauchten viel mehr Zeit. Es zeigt uns, dass wir auf physische Kontakte angewiesen sind, um optimal zu funktionieren. Ein Reduzieren der gegenseitigen Wahrnehmung auf Ton, Bild und Text geht auf Dauer nicht. Und dennoch hat gerade die Digitalisierung einen enormen Schub erhalten. Es geht nun darum, den richtigen Mix zu finden.

 

Da die RUAG auch international tätig ist, hatten und haben Sie es mit verschiedenen Reaktionen von Regierungen auf Covid-19 zu tun. Wie schneidet die Schweiz aus Ihrer Sicht im Vergleich zu andern Ländern ab?

Das ist natürlich meine ganz persönliche Meinung. Ich denke, die Schweiz hat es im Vergleich insgesamt ganz gut gemacht. Was ich nicht gut fand ist die Kommunikation. Ich bin der Meinung, dass nur der designierte Verantwortliche kommunizieren sollte. Das ist in jeder Firma und in der Armee auch so.

 

Wo versagt/e die Schweiz? Was hätten Sie sich anders gewünscht?

Es zeigte sich, dass die Schweiz mit der Gesamtverteidigungsübung 2014 eigentlich gute Grundlagen für die Pandemievorkehr erarbeitet hatte. Aber die konsequente Umsetzung der Erkenntnisse hat aus diversen Gründen nicht funktioniert. Man muss nicht nur A sagen, sondern auch B, sprich die notwendigen Finanzen bereitstellen. Und das gilt nicht nur für Pandemien.

 

Wie geht es der Firma seit Beginn der Covid-Krise?

Glücklicherweise wurden wir von grösseren Ausbrüchen von Covid verschont. Das ist zum einen Teil der konsequenten Umsetzung von Schutzkonzepten, aber auch der grossen Eigenverantwortung unserer Mitarbeitenden zu verdanken. Der Impact von Quarantänen und der Schutz von besonders gefährdeten Mitarbeitenden hat dennoch finanziell Spuren hinterlassen. Insbesondere im Unterhaltsbereich der schweren Systeme gibt es kein Homeoffice, und die Mitarbeitenden erbringen ihre Leistung zu Gunsten der Armee selbstverständlich vor Ort. Wir sind uns bewusst, dass wir Teil der Sicherheit unseres Landes sind. In jeder Lage.

 

Welche Massnahmen wurden getroffen, um das Schiff auf Kurs zu halten?

Wo möglich galt bei uns die Homeoffice-Pflicht. Aber wie gesagt kann ein F/A-18 oder ein Kampfpanzer Leopard nicht zu Hause repariert werden. In solchen Fällen wurden im Rahmen der Schutzkonzepte gewisse Arbeitsabläufe so gestaltet, dass die Mitarbeitenden mit den nötigen Abständen arbeiten konnten; quasi seriell statt parallel. Dies hatte natürlich einen Einfluss auf die kalkulierten Stunden und somit finanzielle Bedeutung. In enger Absprache mit armasuisse und der Armee haben auch wir die Prioritäten zur Leistungserbringung wo nötig angepasst.

 

Was sind die Stärken der Schweizer Industrie?

Flexibilität und die Fähigkeit, unternehmerische Freiheiten zu nutzen.

 

Was sind die Forderungen der Industrie für die kurz-, mittel- und langfristige Zukunft?

Planungssicherheit, keine coronabedingten Sparprogramme der öffentlichen Hand zu Lasten der Industrie, keine unnötigen administrativen und standortbezogenen Auflagen.

 

Warum soll sich ein junger Mensch für das Erlernen eines Industrieberufs entscheiden?

Berufe im Rahmen der Digitalisierung sind wichtig, ortsunabhängig, zukunftsorientiert. Auch wir in der Industrie nutzen diese Möglichkeiten. Aber so wie das digitale Layout eines Magazins erst gedruckt wird bevor es zum Kunden kommen kann, so leistet die Industrie ihren Beitrag vom digitalen Plan zum realen, nutzbaren Produkt. Ich persönlich bin immer wieder beeindruckt vom Fahr- Lenkgetriebe unseres Leopard 2-Panzers. Es besteht aus 14’000 Teilen. Vom Gussgehäuse über hoch präzise Zahnräder und Federn bis hin zu hydraulischen Komponenten. Dazu braucht es smarte Logistiker, top-mechanische Spezialisten, fähige Teamleiter und ein breites Wissen, um zeitgerecht dem Kunden sein Getriebe bereit zu stellen. Das ist das Faszinierende bei uns in der Industrie. Hier arbeiten Menschen Hand in Hand zusammen!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 



Stefan Bütikofer, Gemeinderat Lyss, Grossrat und Gymnasiallehrer

 

Interview Manuela Gebert

Wie war das Jahr 2020 für Sie persönlich?

Wie alle Menschen auch, war das Jahr geprägt durch die Corona-Pandemie. Am Einschneidensten habe ich die Limitierung der Kontakte erlebt – einerseits beruflich, bedingt durch Homeoffice und Fernunterricht, andererseits privat und in Vereinen.

 

Worauf mussten Sie wegen Covid-19 verzichten, was haben Sie dadurch gewonnen?

Wie erwähnt musste ich auf viele Kontakte verzichten. Die Vereinstätigkeit, etwa das Chorsingen, hat mir auch gefehlt. Vor allem im ersten Lockdown im März fielen auch etliche Sitzungen aus aufgrund der damals geltenden Massnahmen. Dadurch habe ich viel Zeit gewonnen und hatte seit langer Zeit wieder eine ziemlich leere Agenda.
Gewonnen habe ich auch in Sachen Digitalisierung. Waren mir bis vor Corona Videokonferenzen relativ fremd, komme ich damit nun sehr gut zurecht. In diesem Bereich ist allgemein sehr viel passiert im letzten Jahr.

 

Als Lehrer am Gymnasium Biel Seeland hatten/haben Sie mit den sich immer wieder verändernden Massnahmen auf Bundes- resp. Kantonsebene zu tun und sind sicher im Austausch mit ausserkantonalen Lehrpersonen. Wie schneidet der Kanton Bern aus Ihrer Sicht im Vergleich zu anderen Kantonen ab?

Aus meiner Sicht schneidet der Kanton Bern gut ab. Klar gibt es immer Verbesserungspotential. So wurden beispielsweise einige Entscheide sehr kurzfristig kommuniziert. Es ist aber in dieser Situation auch normal, dass Entscheidungen z. T. sehr kurzfristig getroffen werden müssen.

 

Durch Ihr Amt im Gemeinderat von Lyss und als Grossratsmitglied des Kantons Bern sind Sie in der Exekutive sowie in der Legislative tätig. Welche Herausforderungen gab es auf den beiden Ebenen zu bewältigen?

Die Hauptherausforderung in der Exekutive war sicher der Entscheidungsdruck und die sich immer ändernden Rahmenbedingungen. Vor allem zu Beginn der Pandemie war sehr wenig bekannt und die Rahmenbedingungen änderten sich beinahe täglich. Entsprechend hoch waren damals der Sitzungsrhythmus und auch die Unsicherheit. Weiter galt es den Betrieb der Gemeinde sicherzustellen.
Auf Stufe Legislative lag die Schwierigkeit in der langen Reaktionszeit des parlamentarischen Systems. Kurzfristige Entscheide können kaum gefällt werden. Wichtig ist aber, dass das Parlament die Regierung kontrolliert hat und auch korrigierend eingreifen konnte, so etwa bei der Umsatzuntergrenze für unterstützte Unternehmen.

 

Wie sehen Sie die Situation einerseits aus Sicht der Gemeinde, andererseits aus Sicht als Grossrat?

In beiden Rollen machen mir die langfristigen Folgen der Pandemie Sorgen: Wie entwickeln sich die Einnahmen für die öffentliche Hand? Wie rasch erholt sich die Wirtschaft? Welche Perspektiven haben Menschen, die in die Arbeitslosigkeit oder in die Sozialhilfe abgerutscht sind? Wie steht es um die psychische Gesundheit unserer Kinder und Jugendlichen?
Das Licht am Ende des Tunnels ist sichtbar und es wird immer heller. Trotzdem werden wir gewisse Folgen der Pandemie w